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01.07.2016

BBEG-Mitgliederversammlung 2016


am 23. Juni 2016, 19.00 Uhr, in Balzhofen

Geschäftsbericht 2015


Liebe Mitglieder,

auch ich darf Sie zur 5. Mitgliederversammlung seit Bestehen der BBEG willkommen heißen.

Vorab etwas Formales: Bisher haben wir zweimal im Jahr einen Mitgliederbrief herausgegeben. Darin informierten wir über aktuelle Entwicklungen in Bund, Land und natürlich auch in der BBEG. Nachdem wir nun ein solides Fundament an Investitionen geleistet haben, werden weitere Aktivitäten mit Bedacht und einem langen Atem angegangen. Dadurch fehlt natürlich auch der Stoff für eine in kürzeren zeitlichen Abständen zu erstellende informative Schrift. Deshalb haben wir uns entschlossen, nur noch einmal im Jahr, im Spätjahr, einen Mitgliederbrief herauszugeben.

  • Überschriften von aktuellen Zeitungsartikeln:
    „Wollen ein Stück weit die Welt retten!“
    „So verspielt Deutschland die Energiewende“
    „Der Bau der Stromleitungen in den Süden verzögert sich“
    „Weichenstellung für Generationen“
    „War der Atomausstieg die richtige Entscheidung?“

Ist die Energiewende realistisch und zukunftsfähig? Diese Frage muss man sich nach all den negativen Schlagzeilen und Erfahrungen der letzten beiden Jahre stellen. Wir alle wissen jedoch:

  • Der Atomausstieg 2022 wird kommen
  • Die fossilen Energiequellen sind endlich
  • Und der Klimawandel ist da – weltweit und vor der Haustür. Hitzewellen, Stürme, Starkregen, Überschwemmungen und Erdrutsche nehmen zu.


Der Wandel hin zur Energiewende ist unaufhaltsam, wollen wir den nachfolgenden Generationen noch eine lebenswerte Zukunft ermöglichen. Es gibt keine Alternative zu „weg von den zentralistischen Strukturen hin zu dezentralen Systemen“. In der Hand der Bürger, Kommunen und mittelständischen Unternehmen sind diese verbrauchernah, umweltschonend und nachhaltig ausgerichtet.

2015 hatten die erneuerbaren Energien ein Rekordjahr. Noch nie wurde in Deutschland so viel Ökostrom produziert und verbraucht. So stammt insgesamt ein Drittel des erzeugten Stromes aus Windkraft-, Solar-, Biogas- und Wasserkraftanlagen, genauer gesagt 32,5 Prozent. Die Hauptenergieträger waren Wind und Sonne.

Eckpfeiler dieser Entwicklung sind natürlich die Bürger und insbesondere auch die BürgerEnergiegenossenschaften. Cirka 850 BEG’s leisten in Deutschland einen Beitrag zur Energiewende von unten. Allein 800 sind dem DGRV (Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband) angeschlossen. Ihr Verdienst ist es, dass die Akzeptanz für erneuerbare Energien größer geworden ist und die Entwicklung regenerativer Technologien weiter voranschreitet.

Welche aktuelle Entwicklung wir bei den BürgerEnergiegenossenschaften in Deutschland haben, zeigt eine Umfrage des DGRV:

Die Novellierung des EEG 2014 hat sich stark bremsend auf die Gründungszahlen und Investitionen ausgewirkt. Der Investitionsstau betrug bei den BEG 370 Mio. €. Die Ursachen sind:

  • Die verringerten Geschäftsmöglichkeiten durch Deckelung des Zubaus und Reduzierung der Vergütungen.
  • Beispiel: PV-Anlagen ohne Eigenverbrauch lohnen sich nicht mehr!
  • Die Ausschreibungs- und Direktvermarktungspflicht.
  • Die Verunsicherung durch drohende Regulierungskosten einer BaFin-Aufsicht (KAGB).

Wie sieht es nun bei uns aus?

Im Geschäftsjahr 2015 hatten Aufsichtsrat und Vorstand drei gemeinsame Sitzungen. Der Vorstand tagte monatlich. Dabei wurden die Weichen gestellt für:

  1. Die vier neuen PV-Anlagen: Firma Simon, Wiediggarten, FFW Bühl und WDL Sinzheim. Die Anlagen haben eine Gesamtleistung von 375 kWp, d.h. 360.000 kWh bei 960 Vlstd jährlich. Drei gingen zwischen Mai und Dezember 2015 ans Netz, die WDL-Anlage Ende Mai 2016.
  2. Seit Juni 2015 sind wir am Kraftwerkspark II der GREEN-CITY Energy mit 50.000 € beteiligt. So u.a. auch am Bürgerwindpark Südliche Ortenau bei Ettenheim, der im Oktober d.J. eingeweiht wird. Die erste Rendite von 4,75% haben wir 2015 erhalten.
  3. Ab August 2015 gab es fast wöchentlich Gespräche über die Kälte-Wärme-Versorgung eines Neubaugebietes in Gutach im Breisgau. Auf einer Fläche von 3,6 ha entstehen 43 Eigenheim-Grundstücke und ein Grundstück für ein Seniorenheim.

Aktuell kann ich Ihnen folgendes berichten:

Am 23. November letzten Jahres schlossen wir mit der Gemeinde Gutach den Gestattungsvertrag ab. In diesem stellt man uns den öffentlichen Raum plus Technikgrundstück kostenlos zur Verfügung. Ende März 2016 folgte der Projektleitungs- und Ingenieursdienstleistungsvertrag mit der DEEnO Energie AG. Was noch fehlt, ist der Pachtvertrag mit der DEEnO, der uns eine monatliche Pacht von über 2.500 € sichert. Die Gesamtinvestition liegt bei 410.000 € netto. Die Zusage einer Landesförderung aus dem Programm „Klimaschutz mit System – EXTRA“ von 100.000 € ist bei uns am 30.05.2016 eingegangen.

Mit den Erschließungsmaßnahmen hat man bereits am 15. April 2016 begonnen, sodass im April nächsten Jahres das erste Eigenheim in der „Alten Ziegelei“ gebaut werden kann. Da der Bebauungsplan derzeit noch einmal geändert wird, werden die Kaufverträge der Bauwilligen mit der Gemeinde Gutach erst im Oktober 2016 unterzeichnet. Die Liste der Interessierten ist groß. Nach Aussage von BM Urban Singler sind es weit über 100.

Meine Damen und Herren,

bei all unseren Aktivitäten im Geschäftsjahr 2015 standen stets vier Aspekte im Vordergrund:

  1. Pflege und Instandhaltung der 16 BBEG-Anlagen; erstmals mussten wir wegen starker Verschmutzung eine PV-Anlage komplett reinigen (Schwarzwaldbad Bühl).
  2. Die Qualität neuer Produkte; bei neuen PV-Anlagen muss der Eigenverbrauch möglich sein.
  3. Die Regionalität, wobei wir Gutach i.Br. noch zur Region zählen.
  4. Der Mehrwert für Klima- und Umweltschutz.

Dass die Energiewende kein Projekt sein kann, um reich zu werden, haben wir Ihnen schon bei der Gründung verdeutlicht. Gewinnmaximierung war und ist auch weiterhin nicht unser Ziel. Trotzdem können wir uns mit den Erträgen sehen lassen. War das Jahr 2014 ein eher sonnenarmes Jahr, dafür aber wasserreich, so war es in 2015 gerade umgekehrt. Die PV-Anlagen erwirtschafteten einen Überschuss von 6,2%. Zusammen mit der Wasserkraftanlage hatten wir ein Plus von 4,5 Prozent in 2015.

An den Jahresbilanzen 2014 und 2015 lässt sich gut erkennen, wie wichtig es ist, dass wir uns bei den Investitionen breit aufstellen, also neben der Sonne, dem Wasser und dem Wind auch die Nahwärmeversorgung zunehmend berücksichtigen. Daneben werden wir auch die Energie-Effizienz und Speichertechnologien im Auge behalten, um rechtzeitig reagieren zu können.

Abschließend gilt mein Dank Ihnen, liebe Mitglieder, dem Aufsichtsrat, den Kooperationspartnern, insbesondere den Stadtwerken Bühl mit den Geschäftsführern Rüdiger Höche und Reiner Liebich und natürlich auch meinen Vorstandskollegen Thomas Bauer und Walram Lossen. Nicht vergessen möchte ich die ganzjährige großartige Unterstützung durch die Stadtwerksmitarbeiter Angelika Majewski und Nadine Kohler, Gernot Gartner und Christian Lorenz. Ohne sie müssten wir erhebliche Mittel für die Verwaltung unserer Energiegenossenschaft aufbringen.

Den Jahresabschluss 2015 inklusive Prüfungsergebnis wird Ihnen Frau Nicole Brandt vom BWGV vortragen und gegebenenfalls wird Finanzvorstand Thomas Bauer noch ergänzende Informationen geben. Auf Anregung aus Ihrer Mitte lag der Jahresabschluss 2015 die letzten 14 Tage zur Einsicht bei den Stadtwerken aus.

Sollten Sie noch Fragen haben, stehe ich Ihnen jetzt gerne zur Verfügung. Ansonsten danke ich Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Hans Striebel

Bilanz 2015 (PDF-Formular)

GuV 2015 (PDF-Formular)


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